Es geht wieder etwas in Essens Innenstadt. Die im Zuge der ECE-Centereröffnung befürchtete, langfristige Abwertung der Bestlage ist nicht eingetreten, Kunden zieht es nach vor in die gesamte Innenstadt. Gleichzeitig stützt der modernisierte Hauptbahnhof den Passantenfluss auf der Kettwiger Straße. Mieten und immobilienwerte folgten daher zuletzt erstmals wieder einem positiven Trend. Es bleibt dennoch abzuwarten, wie sich die Innenstadt in Zukunft entwickelt, darauf weist das auf innerstädtische Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Maklerhaus LÜHRMANN in den aktuellen Citynews Essen hin.
André Stark für LÜHRMANN Deutschland
Essen liegt nicht nur geografisch im Herzen des Ruhrgebiets, lange Zeit war die Metropole auch Schrittmacher der gesamten deutschen Schwerindustrie und damit so etwas wie Wiege des Reviers. Zwischen den Anfangstagen des Bergbaus im frühen 14. Jahrhundert und der Schließung der Zeche Zollverein im Jahr 1986 sah die Stadt allein an die 1.000 Zechen und Bergewerke. Allen voran die Familie Krupp, deren Firmengelände zeitweilig größer war als das restliche Stadtgebiet, prägte über lange Jahre nachdrücklich die wirtschaftliche Entwicklung Essens. Noch heute taugen die weithin sichtbare Villa Hügel und die opulenten Grabmale auf dem Friedhof Bredeney als Symbole für die einstmalige Macht der Familiendynastie. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Essen zunächst den Untergang des Krupp-Konzerns klassischen Zuschnitts, nur um im Zuge des fortdauernden Strukturwandels fast die gesamten Montanindustrie zu beerdigen. Doch mit den qualmenden Schloten verschwand auch übler Dreck und Gestank, und mit der sauberen Luft verbesserte sich die gesamte Lebensqualität. Man entdeckte abermals den Erholungswert der noch immer zahlreich vorhandenen Grünflächen und Wasserwege. Gleichzeitig profilierte sich Essen weiterhin als beliebter Standort großer Industrieunternehmen. Mit RWE, Hochtief, ThyssenKrupp oder Evonik haben heutzutage einige der namhaftesten Unternehmen Deutschlands ihre Zentrale innerhalb der Stadtgrenzen. Zu den großen Arbeitgebern gehören zudem die Stammhäuser bekannter Handelsunternehmen wie Aldi (Nord), Deichmann oder Karstadt und auch die Café-Kette Starbucks hat ihren Deutschlandsitz vor Ort.
Achim Weitkamp, geschäftsführender Gesellschafter bei LÜHRMANN in Düsseldorf: „Bis in die Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders hinein war Essen überdies eine der erfolgreichsten deutschen Einkaufsstädte und die Innenstadt zumindest im Ruhrgebiet konkurrenzlos. Doch ähnlich der Kohle verlor auch das einstige Einkaufsziel mehr und mehr an Bedeutung. Der Glanz alter Tage schwand zunehmend, bis sich schließlich kaum jemand mehr an die einstmals blühenden Zeiten erinnerte.“
Gleichzeitig rieb man sich im nicht weit entfernten Dortmund die Hände. Je mehr es mit Essen bergab ging, desto besser positionierte sich der dortige Westenhellweg. 2006 zogen Essens Verantwortliche die Reißleine und verabschiedeten den Masterplan Einzelhandel. Man wollte wieder dazugehören zum erlauchten Kreis der im Einzelhandel tonangebenden deutschen Innenstädte. Deutschlands größtes innerstädtisches Center am Limbecker Platz, ein umgebauter Hauptbahnhof sowie die modernisierte Rathaus Galerie sollten den Veränderungsprozess positiv beeinflussen.
„Der ganz große Erfolg blieb bislang leider aus, die mancherorts befürchtete Verödung der historisch gewachsenen Innenstadtlagen allerdings ebenso. Zwar wechselten zunächst einzelne Ankermieter aus der 1A-Lage ins Center, doch zog es gleichzeitig auch wieder neue Unternehmen in die…
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